Samstag, 21. Oktober 2017 — Herbstmanöver des EO-Corps der Mainzer Ranzengarde zuerst abgesagt und dann doch noch mit großem Erfolg abgeschlossen!
Von Exz. Heinz von Meloth am 07.11.2017 ins Tagebuch eingetragen — vielen herzlichen Dank!

Diese Geschichte aus dem wahren Leben zeigt, dass - wenn die Einstellung stimmt - auch ein kleines Häufchen gutgelaunter Ehrenoffiziere, trotz widriger Umstände, dann doch noch ein generalstabsmäßig geplantes Herbstmanöver durchführen können.


Bereits drei Tage vorher nur noch negative Vorhersagen mit Dauerregen. Die Erwartungshaltung für gutes Wanderwetter ging nahezu auf null. Von 26 erwarteten Teilnehmern hatten 24 den Rückzug angetreten und ihre Anmeldungen aus den verschiedensten Gründen zurückgezogen. Das war eigentlich das Aus für das Herbstmanöver.Für einen frischen EO-Sprecher, der seine erste Veranstaltung organisiert, könnte das mehr als eine kleine Enttäuschung sein. Dennoch, wer ihn bereits aus seiner „ökonomischen Zeit“ kennt, der weiß, dass er immer -wie es sich für einen echten Ranzengardisten gehört - das Beste aus jeder Situation macht, was immer auch gerade ansteht… Also hat er notgedrungen, auch noch den letzten zwei angemeldeten Teilnehmern abgesagt und sich mit Ihnen für den besagten Abend in einem Weinhaus verabredet. Nun ging er davon aus, dass damit die ganze Angelegenheit erledigt sei.Dennoch hatte er irgendwie ein ungutes Gefühl. Somit schwang er sich trotzdem am besagten Samstag, an dem ursprünglich das Herbstmanöver generalstabsmäßig geplant war, frühmorgens aus dem warmen Bettchen auf und übernahm persönlich bei Tagesanbruch die Wachhabenden-Position vorm Fort Hauptstein ein. Sein Motiv erklärte er später so: „Ich kenne ja die ‚Pappenheimer‘ in der Garde und da gibt es immer den einen oder auch anderen, der ohne Anmeldung kommt oder dem meine Nachricht bezüglich der Absage vielleicht nicht ausgerichtet wurde… Ich wollte in jedem Falle verhindern, dass Ehrenoffiziere am Abfahrtsort eintreffen, den angekündigten Bus nicht finden, ihren Unmut äußern, weil ‚widder emol koaner do is‘ und dann enttäuscht sind.“Seine Intuition hatte ihn in die richtige Richtung geführt. Tatsächlich kam doch ein Generalmajor mit seinem Kettenfahrzeug (Fahrrad) zum Fort Hauptstein;  in voller Wandermontur und für alle Wetter gerüstet. Dieses EO-Mitglied berichtete, dass ein weiterer Ehrenoffizier (der meist etwas später komme), samt Gattin abends vorher auch seine Teilnahmeabsicht bekundet habe, deshalb jetzt unterwegs sein müsste und dann justament auch eintraf. Die hohe Zahl der unerwarteten Zufallsteilnehmer veranlasste EO-Sprecher Hubertus Wolf ganz spontan den Tagesbefehl situationsbedingt zu ändern, dieser lautete nun: „Das Manöver findet nun doch statt!“ Der Deutsche Wetterdienst wurde Lügen gestraft. Statt Dauerregen fielen nur gelegentlich einige Tröpfchen. Die wunderbare Herrsteiner Wanderstrecke ‚Traumschleife Mittelalterpfad‘, der bunte Herbstwald in goldenen Oktoberfarben und die gute Stimmung der Teilnehmer trugen dazu bei, dass das ganze Vorhaben eine wirklich runde Sache und ein voller Erfolg wurde. Sowohl die sportliche Motivation, der Humor, als auch der Spaß an der Natur und vor Allem auch die Gesundheit kamen nicht zu kurz. Ganz nebenbei sei noch lobend erwähnt, dass unser EO-Sprecher mit einem exzellenten Grauburgunder aus seinem geheimen Waffenarsenal und einer deftigen Atzung aus Weck und Worscht die Munition mitgebracht hatte. Somit war sichergestellt, dass die lukullische, fastnachtliche Tradition gebührend gepflegt und auch für das leibliche Wohl der Wanderer gut gesorgt war. In nahtlosem Übergang an den schönen Marsch fanden die Wanderer ganz überrascht dann auch noch Anschluss an die historische Stadt-, Schloss-, Gefängnis- und Museumsführung in Herrstein und wandelten dabei für eine Weile auf ‚Schinderhannes‘ Spuren, indem sie den spannenden Geschichten des historischen Herrsteiner Stadtführers lauschten. Wer das Corps kennt, der weiß, dass zu jedem Scharmützel im Feld am Ende auch eine zünftige Einkehr gehört. Hier sei aus protokollarischen Gründen nur erwähnt, dass Herrstein in mehrfacher Hinsicht dazu ideal geeignet und deshalb wärmstens zu empfehlen ist. Die Manöverkritik sparte man sich aus taktischen Gründen für den Abend auf um noch einen Grund zu haben, den Tag in Mainzer Weinhaus ‚Am Holztor‘ abzuschließen. Schön war es, dass dann dort noch so viele EOs mit ihren liebreizenden Damen dazu kamen, sodass letztendlich deren Zahl die Teilnehmerzahl der Wanderung um fast das Doppelte übertraf. Und die Moral von der Geschicht‘: Die Lage war ernst aber nicht hoffnungslos. Es hieße nicht Manöver, wenn dabei nicht manövriert würde. Die Herausforderung, die der neue EO-Sprecher bei der ersten von ihm organisierten Veranstaltung zu bewältigen hatte, hat er mit Bravur gemeistert.


Dafür sei ihm auch hier noch einmal von allen Teilnehmern herzlichst gedankt…!!!